aus: Extrem | |
| Der Tod und die Erlösung
In manchem rauen Winterwind Der all die schwachen Menschlein plagt Hört man seit je ein kleines Kind Das bittersüß vom Tode klagt. Still akzeptiert der Mutter Kuss Gewartet bis das Hause schlief Bis sie das Bett verlassen musst’ Da seine Stimme nach ihr rief. Es war in einer dunklen Nacht Als sie sich aus dem Zimmer schlich Mit Nachthemd weiß und Locken sacht Sodass sie einem Engel glich. Sie folgte diesem sanften Klang Nicht wehrend, lachend spürte sie Wie’s sie mit Leib und Seel’ verschlang Und sie herab zwang, auf die Knie. Sie saß im Schnee, er stand vor ihr Auf ihrem Kopf die kalte Hand Das Frösteln schüttelte sie schier Doch jeder Funke Angst verschwand. „Ab heute wandeln wir zu zweit Du die Erlösung, ich der Tod Wir steh’n über der Ewigkeit In uns’rem Zeichen, blutig rot.“ In jener Nacht, im Mondenschein Nahm er sie mit in seine Welt Das zarte, warme Kindelein In Todesruh’ am Himmelszelt. Sie gingen beide nun herab Sie die Erlösung, er der Tod Und führten Opfer in ihr Grab In ihrem Zeichen, blutig rot. Seit jener Zeit, so sagt man sich Ein Lächeln sich die Wege bahnt Auf aller Toten bleich’ Gesicht Als hab’ ein Engel sie umarmt. |