aus: LOG | |
Statistisch gesehen nehmen sich die meisten Menschen im Frühjahr und im Sommer das Leben, nicht wie zu vermuten wäre im Herbst oder Winter. Wenn die Tage wieder länger werden, das Wetter milder und die Menschen ihre Höhlen verlassen, zusammenströmen in Kaufhäusern und Fitnessstudios, Cafes und Fußgängerzonen, um die Folgen der Isolation des Winterschlafes zu überwinden, Winterspeck abtrainieren, oder sich der neuen Konfektionsgröße ergeben, mit Freundinnen und Freunden Trennungen, Familienzwist und Arbeitsfeden besprechen und/oder einfach nur Menschen beobachten, fühlt sich wohl der ein oder andere so einsam, dass er keinen Ausweg sieht. Vielleicht fragt er sich, wann sein Leben aus dem Ruder lief und findet den goldenen Faden nicht mehr, kriegt ihn nicht zu fassen. Das ging mir durch den Kopf, als sowohl mein Regionalexpress, wie auch die S-Bahn auf die ich ausgewichen bin, einen "Personenschaden" erlitten. Als sich sowohl leicht schlampige DM-Markt-Kassierinnen, als auch gestreßte mittlere Manager über die Deutsche Bahn ereiferten und nichts besseres zu tun hatten, als sich zu beklagen, dass sie nun wohl eine halbe Stunde später zu ihrer Arbeitsstätte kommen würden, auf die sie eh nicht scharf zu sein schienen, schaltete ich mein Hirn ab und lauschte Nina Simone: Don't Smoke In Bed I left a note on the dresser And my old wedding ring These few goodbye words How can i sing Goodbye, old sleepy head I'm packing you in like i said Take care of everything I'm leaving my wedding ring Don't look for me I'll get ahead Remember, darling Don't smoke in bed Don't look for me I'll get ahead Remember, darling Don't smoke in bed |