aus: Ihr, die Welt und meine Wenigkeit | |
| Der letzte Sonntag war ein interessanter aber auch extrem anstrengender Tag. Von 7 Uhr morgens bis 2:30 Uhr in die Nacht wurden Bühnen auf und abgebaut. Das Equipment der eintreffenden Bands ausgeladen, auf die Bühne geschleppt und die nächsten Bands wieder von der Bühne begleitet.
Dabei traten lustig, berührende und nervende Momente auf, die ich wohl nie mehr vergessen werde. So auch die Ankunft von BossHoss. Diese erreichten unsere Bühne an der falschen Seite. Ich sollte zu ihnen in den Bus und sie zur anderen Seite lotsen. Nur kannte ich all diese Nebenstraßen nicht und wir fuhren ca. 15km durch Wald und Bauernsträßchen. All das mit einem riesigen Doppelgeschossigen Nightliner. Aber alle waren super lustig drauf auch wenn ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Die Beatsteaks wollten meinem Männchen, das auf all unseren T-Shirts gedruckt war, ein Adolfbärtchen malen. Ich hätte das witzig gefunden, aber die Gäste, bzw. die Veranstalter und Sponsoren wohl nicht. Ein behinderter Junge wurde von uns in den geschützten Bereich gelassen, von wo er mit seinem Vater das Konzert von BossHoss in Ruhe angucken konnte. Er freute sich so darüber, dass sein Vater ihn immer wieder beruhigen musste, damit er sich selbst nicht verletzte. Der Gitarrist kam während des Konzerts runter, nahm die Hand des Jungen und lächelte ihn an. Mir lief es in dem Moment eiskalt den Rücken runter. Ich fand das sehr bewegend. Ein Mann versuchte am Morgen auf die Bühne zu gehen. Er sah so aus, als wäre er gerade aufgestanden und schlenderte gemütlich mit seinem Kaffee über die Rampe. Als wir ihn fragten, was er da mache, sagte er trocken: "Ich wollt' mir nur mal die Bühne ansehen.". Später stellte sich heraus, es war der Drummer der Beatsteaks. Reamonn waren sehr eng angebunden. Sie gingen direkt von der Bühne, gaben ein paar Autogramme und waren dann weg. Mit BossHoss und den Beatsteaks saßen wir am Nachmittag in der Zentrale und aßen zu Mittag. Sie sind alle super nett und haben kein Anzeichen von Größenwahn. Musiker zum anfassen eben ;) Nun habe ich einen Muskelkater, wie ich ihn noch nie gehabt habe. Ich kann mich eigentlich nur noch zum Essen und ins Bad schleppen. Alles andere schmerzt zu sehr. Sogar meine Zehenmuskeln schreien mich an! Was ein Tag! |