PIXELPARTY Tagebuch von helmchenlord

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Tue, 29.05.2007 22:47 - Angst vor der Leere
aus: Ihr, die Welt und meine Wenigkeit
Gestern war mal wieder so ein Ereignis, das mich die nächsten Tage nicht mehr loslassen wird. Ich dachte auf dem Weg zum Kühlschrank nach, wie ich mich fühlen würde, wenn ich gleich sterben würde. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich den Tod auf mich zukommen sähe? In meinem ganzen Leben habe ich noch nie geglaubt, nur gehofft. Vielleicht würde ich dann auch glauben. In den letzten Sekunden, würde ich glauben, dass es ein Leben nach dem Tod gäbe. Aber was hieße das? Ich würde immer leben? Immer? Würde ich das überhaupt wollen? Meine größte Angst, als ich am Kühlschrank ankam, war nun, dass ich nach dem Tod entweder in eine Art Himmel käme und ewig dort bliebe oder immer wiedergeboren zu werden. In einer Million Jahre...immernoch leben? Leben nachdem die Erde längst zerstört wäre?
Je mehr ich darüber nachdachte, desto schlimmer ging es mir. Ich schloss den Kühlschrank ohne etwas zu nehmen, lehnte mich mit dem Rücken an die Türe und erstarrte. Es war nicht das erste mal, dass mich dieses leere Gefühl berührte. Es war fast als würde man sich von aussen betrachten und auf einmal sehen, dass man ganz klein ist und in der Unendlichkeit von Zeit und Raum des Universums verloren ist. Egal ob danach nichts mehr ist oder wohl.
Mein einziger Gedanke:

Ja was ist den nach dem danach?

Am Ende war ich doch auf die Gläubigen neidisch. Sie zweifeln nicht und sind zufrieden mit dem was sie glauben.
Es folgen die Kommentare zu diesem Eintrag:

meeresbrise72 meeresbrise72
Wed, 30.05.2007 13:36

Hast du schön auf den Punkt gebracht. lg Nicky

helmchenlord helmchenlord
Wed, 30.05.2007 09:58

Über das Sterben an sich mache ich mir ja auch garnicht so viele Gedanken. Es ist eher die Angst vor der Leere oder dem Ewigen. Entweder ist alles einfah irgendwann vorbei oder man ist in dem Zustand den Du beschrieben hast für alle Zeit. Wobei die Zeit ja dann ihren Wert verlieren würde.

meeresbrise72 meeresbrise72
Wed, 30.05.2007 09:29

hey, um gottes Willen, Du trittst mir nicht zu nahe, ich respektier die Meinung anderer und zudem ist sie bereichernd und nur so lernt man vom anderen. Es interessiert mich auch sehr. Die Einwirkung der Narkose hat ihr Nachspiel deshalb wirst du dieses Gefühl oder den Gedanken der Bewußtseinstrübung nicht los, weil du es nicht anders erlebt hast und stellst es in Frage, was auch vollkommen richtig ist. Ich kann auch nur das Glauben was ich selber erlebt habe, da meine Vorstellungskraft, alles was nicht greifbar ist, für mich unvorstellbar ist, genauso wie für Dich. Bei all den wissenschaftlich nicht nachgewiesenen Dingen, sei es Reinkarnation usw. ist denk ich mal die Glaubensfrage/Hoffnung darin verknüpft auf viele Dinge eine Antwort zu bekommen, aber ob es letztenendlich stimmt, bezweifele ich ganz leise. Angst macht mir der Tod an für sich und in seiner Form nicht, nur das wie werde ich sterben. Die Schmerzen und das Leid lähmen mich teilweise so das ich oft darüber nach gedacht habe, wenn ich wirklich mal unheilbar krank werden sollte, ob ich mir nicht vorher das Leben nehme, aber was passiert dann? Werde ich dann ein schlimmeres Leben führen wie jetzt....es gibt soviele offene Fragen...aber wer kann da weiterhelfen? Kein leichtes Unterfangen...

helmchenlord helmchenlord
Wed, 30.05.2007 00:20

Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Es ist nur so, dass ich ein SEHR realistisch denkender Mensch bin. Dass das Leben einen Sinn oder eine Aufgabe hat, passt so garnicht in meine Vorstellung. Wir leben auf einem winzigen Planeten irgendwo in der Ecke einer unendlich schwarzen ... gibt es kein Wort für. Masse wäre ja wieder endlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für uns Ziele gibt, wenn das Universum so riesig ist. Und würde ich denn wollen, dass ich nach dem Tod bewusst weiter denke? Wenn ja wie lange? Ich habe Angst vor der Vorstellung, dass es "ewig" wäre.

Ich will nicht Deine Erlebnisse anzweifeln. Nur vorstellen kann ich mir das nicht wirklich, dass man nach oder während dem Tod etwas fühlt. Was in dem Moment im Körper abläuft ist wohl mehr als bewusstseinstrübend. Praktisch ein biologischer Cocktail, der einem das Gehirn manipuliert, insofern man dann noch die Möglichkeit hat und wieder aufwacht. Ähnliches hatte ich nach Vollnarkosen und ich fand es eher erdrückend als leicht und behaglich. Ich hoffe ich trete Dir jetzt damit nicht zu nahe.

meeresbrise72 meeresbrise72
Tue, 29.05.2007 23:58

Auf jeden Fall tut nichts mehr weh und das fühlen ist etwas anderes, nichts definierbares. Ich war schon Nah-Tod mit knapp 16 durch eine Not-Op und seit dem hab ich keine Angst mehr vor dem sterben, sogar lenken kannst du von außen, ohne große Gedankenkraft. Mache dir nicht allzu viele Gedanken, denn die entscheidende Antwort auf deine Fragen wirst du erst "DANACH" erhalten und wissen. Jeder empfindet dies anders. Ich kann es als schön beschreiben, warm, angenehm und federleicht. Es ist freundlich, harmonisch, liebevoll. Und ich denke mal geboren wirst du nur, wenn du die Lebensaufgabe im hier und jetzt nicht wirklich gelöst hast, somit bekommst du die Chance es noch einmal zu versuchen. Es gibt ein weites Spektrum darüber, warum wir z.b. wiedergeboren werden. So ist ein Arzt in diesem Leben, vorher ein Mörder gewesen und hat in diesem Leben etwas gut zu machen *g, wie furchtbar diese Vorstellung, ist aber Tatsache, leider. Lege dir doch mal Bücher zu oder gehe in eine Bibliothek, was dieses Thema betrifft. Wissen kann nur bereichern. lg Nicky




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